Sassnitz: Hafen, U-Boot und das Tor zum Nationalpark Jasmund

Zuletzt geprüft: 1. November 2026 – Angaben laut Stadt Sassnitz, Nationalpark Jasmund, Museen, Reedereien und Statistischem Amt MV

Sassnitz ist anders als die Seebäder im Südosten: eine Hafenstadt mit Fischkuttern, einer fast anderthalb Kilometer langen Außenmole und einem britischen U-Boot als Museum. Vor allem aber ist Sassnitz der beste Startpunkt für die Kreideküste – zu Fuß über den Hochuferweg zum Königsstuhl oder mit dem Schiff an den Felsen entlang. Hier steht, was ihr in Sassnitz unternehmen könnt und was es kostet.

Kurz und knapp
Bekannt für: Stadthafen mit 1,45 km langer Mole, U-Boot HMS Otus, Hängebrücke, Wanderweg zum Königsstuhl
Einwohner: 8.893 (Ende 2024) – zweitgrößte Stadt Rügens
Kurtaxe: 3,00 € pro Tag, ganzjährig, auch für Tagesgäste
Kreidefelsen per Schiff: ca. 1,5 Stunden, Erwachsene ab 23 €
Zu Fuß zum Königsstuhl: 8 km, rund 3 Stunden

Sassnitz im Steckbrief

LageHalbinsel Jasmund, am Rand des Nationalparks Jasmund
Einwohner8.893 (31.12.2024)
Stadt seit1957 (1906 aus Saßnitz und Crampas zusammengelegt)
Statusstaatlich anerkannter Erholungsort
Mole1.450 m, gebaut 1889–1912
BahnEndbahnhof der Strecke Stralsund–Sassnitz (RE9)
FähreFährhafen Mukran: Bornholm (Rønne), rund 3 Std. 20 Min.

Was ihr in Sassnitz unternehmen könnt

Stadthafen und Mole

Herz der Stadt ist der Stadthafen. Die Außenmole ist 1.450 Meter lang und wurde zwischen 1889 und 1912 gebaut – bis zum Leuchtfeuer an der Spitze und zurück sind es also knapp 3 Kilometer, mit Blick auf die Kreideküste. Im Juli feiert der Hafen die Rügener Hafentage (2027: 9. bis 11. Juli), im August kommt der SailGP nach Sassnitz – alle Termine im Veranstaltungskalender.

Hängebrücke

Seit 2007 verbindet eine Fußgänger-Hängebrücke die Innenstadt mit dem Hafen und überwindet dabei 22 Meter Höhenunterschied. Die Sassnitzer nennen sie „Balkon mit Meerblick“. Zur Länge nennen die Quellen rund 250 bis 274 Meter.

U-Boot und Fischereimuseum

MuseumGeöffnetEintritt
U-Boot HMS Otus (Stadthafen)Mai–Okt. täglich 10–18 Uhr, Feb.–April 10–16 Uhr; im Winter eingeschränkt9,50 €, Kinder 4–13: 5,50 €, Familie 22 €
Fischerei- und Hafenmuseum (Hafenstraße 12)1. Mai–31. Okt. 10–16 Uhr, Mi Ruhetag4 €, mit Kurkarte 3 €, Kinder bis 12 frei

Die HMS Otus ist ein britisches U-Boot aus der Zeit des Kalten Kriegs, das ihr komplett von innen besichtigen könnt – eng, aber spannend, auch für Kinder ab Schulalter. Im Winter öffnet es im Dezember nur am Wochenende und ab 20. Dezember täglich, am 24. Dezember ist es geschlossen. Das Fischerei- und Hafenmuseum im alten Kühlhaus erzählt von Hering, Fischfang und Hafenbetrieb, dazu gehört der Museumskutter „Havel“. Beides eignet sich auch bei Regen.

Mit dem Schiff zu den Kreidefelsen

Vom Stadthafen fahren Ausflugsschiffe an der Kreideküste entlang bis zum Königsstuhl und zurück, Dauer rund 1,5 Stunden. Die Reederei Lojewski verlangt 2026 für Erwachsene 23 €, für Kinder von 5 bis 12 Jahren 14 €, Hunde fahren für 4 € mit; mit Kurkarte gibt es 1 € Rabatt, an Bord nur Barzahlung. In der Saison legen die Schiffe mehrmals täglich ab, im Winter pausiert Lojewski. Die Adler-Schiffe fahren dagegen auch im Winter (26. Oktober 2026 bis 20. März 2027) ab dem Anleger hinter dem U-Boot.

Wandern zum Königsstuhl

Von Sassnitz zum Königsstuhl sind es laut Nationalpark-Zentrum 8 Kilometer, rund 3 Stunden, über den Hochuferweg durch die UNESCO-Buchenwälder. Nach etwa 3 Kilometern bietet sich das Welterbeforum für eine Pause an. Unterwegs kommt ihr an den Wissower Klinken vorbei – deren markante Kreidezinnen brachen am 24. Februar 2005 ab. Zurück fahrt ihr mit dem Bus 23. Der Weg ist nicht barrierefrei; festes Schuhwerk ist Pflicht, an den Abbruchkanten nicht vom Weg abweichen.

Kurz zur Geschichte

1824 verbrachte die Familie des Theologen Friedrich Schleiermacher hier einen Badeurlaub – einer der frühesten Belege für Gäste im damaligen Fischerdorf. 1906 wurden Saßnitz und das Bauerndorf Crampas zusammengelegt, 1957 bekam Sassnitz das Stadtrecht. Weltbekannt wurde der Hafen durch die „Königslinie“: Ab dem 6. Juli 1909 fuhren Eisenbahnfähren nach Trelleborg in Schweden. Die Verbindung wurde im März 2020 eingestellt. 1917 reiste Lenin auf dem Weg aus dem Schweizer Exil nach Russland über Sassnitz – daran erinnert ein Gedenkstein. Heute legen die Fähren nach Bornholm im Fährhafen Mukran ab.

Praktische Infos für Sassnitz

  • Kurtaxe: 3,00 € pro Tag, Kinder unter 6 frei, danach bis 13 Jahre 1,50 €. Auch Tagesgäste zahlen – online, per App oder am Automaten. Alle Orte: Kurtaxe auf Rügen.
  • Parken: 2 € pro Stunde, 12 € am Tag (8–22 Uhr), Parkhaus am Stadthafen mit 472 Plätzen. Details: Parken in Sassnitz.
  • Anreise: Der RE9 fährt über Stralsund und Bergen bis Sassnitz. Alle Wege: Anreise nach Rügen.
  • Bornholm: Bornholmslinjen fährt vom Fährhafen Mukran nach Rønne, rund 3 Stunden 20 Minuten.
  • Weiter nach Norden: Von Sassnitz geht es über Jasmund nach Norden zum Kap Arkona; über die Feuersteinfelder bei Neu Mukran steht mehr in den Geheimtipps.

Häufige Fragen zu Sassnitz

Wofür ist Sassnitz bekannt?

Für den Stadthafen mit der 1,45 km langen Mole, das britische U-Boot HMS Otus, die Hängebrücke und als Startpunkt für die Kreideküste im Nationalpark Jasmund. Historisch für die Eisenbahnfähre nach Schweden.

Wie weit ist es von Sassnitz zum Königsstuhl?

Zu Fuß über den Hochuferweg 8 Kilometer, rund 3 Stunden. Zurück fährt der Bus 23. Mit dem Schiff fahrt ihr in rund 1,5 Stunden an den Felsen entlang und zurück.

Was kostet die Schifffahrt zu den Kreidefelsen ab Sassnitz?

Bei der Reederei Lojewski 2026 23 € für Erwachsene und 14 € für Kinder von 5 bis 12 Jahren, mit Kurkarte 1 € weniger. Bezahlt wird an Bord bar.

Was kostet das U-Boot-Museum in Sassnitz?

Laut Betreiber 9,50 € für Erwachsene, 5,50 € für Kinder von 4 bis 13 Jahren und 22 € für Familien. Von Mai bis Oktober ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Lohnt sich Sassnitz?

Ja, vor allem als Basis für die Kreideküste und den Nationalpark Jasmund und für alle, die Hafenatmosphäre mögen. Wer einen breiten Sandstrand direkt vor der Tür sucht, ist in Binz, Sellin oder Göhren besser aufgehoben.

Weitere Orte auf Rügen: Binz · Sellin · Göhren · Baabe

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